Karottensaft: Nährstoffe, Beta-Carotin und lilafarbene Karotten
Karottensaft liefert Beta-Carotin und weitere Mikronährstoffe. Häufig wird er mit Sehkraft, Hautgesundheit und antioxidativen Eigenschaften in Verbindung gebracht. Doch welche Wirkungen sind belegt? Und sind selbst gepresster Saft und lilafarbene Karotten tatsächlich gesünder?
Welche Nährstoffe enthält Karottensaft?
Karotten sind besonders reich an Beta-Carotin, einer Vorstufe von Vitamin A. Der Körper kann Beta-Carotin in Vitamin A umwandeln. Vitamin A trägt zur normalen Sehkraft, zur Funktion des Immunsystems und zur Erhaltung normaler Haut und Schleimhäute bei. Karottensaft enthält außerdem weitere Carotinoide sowie – abhängig von Sorte und Verarbeitung – Kalium und kleinere Mengen weiterer Mikronährstoffe.
Der Nährstoffgehalt schwankt je nach Sorte, Anbau, Lagerung und Herstellung. Eine pauschale Angabe, ein Glas mit 250 ml decke stets 184 Prozent des Vitamin-A-Tagesbedarfs, ist daher nicht allgemein gültig.
Sehkraft und Hautschutz
Eine ausreichende Vitamin-A-Versorgung ist für den normalen Sehprozess wichtig. Ein Mangel kann unter anderem Nachtblindheit verursachen. Daraus folgt aber nicht, dass zusätzlicher Karottensaft die Sehkraft bei gut versorgten Menschen über das normale Maß hinaus verbessert.
Beta-Carotin besitzt antioxidative Eigenschaften, ist aber kein Sonnenschutzmittel. Karottensaft ersetzt weder Sonnencreme noch schützende Kleidung oder Schatten. Die Behauptung, Beta-Carotin schütze die Haut zuverlässig vor UV-Strahlung, wäre übertrieben.
Selbst gepresst oder gekauft?
Selbst gepresster Karottensaft ist frisch und lässt sich individuell zubereiten, aber nicht automatisch nährstoffreicher als gekaufter Saft. Industrielle Säfte können ebenfalls relevante Mengen an Carotinoiden enthalten. Entscheidend sind Rohware und Verarbeitung.
Beim Entsaften bleibt ein Teil der Ballaststoffe im Trester zurück. Ganze Karotten oder ein Smoothie enthalten in der Regel mehr von der ursprünglichen Lebensmittelmatrix und sättigen häufig besser. Da Carotinoide fettlöslich sind, kann eine kleine Menge Fett in derselben Mahlzeit ihre Aufnahme verbessern.
Lilafarbene Karotten und Anthocyane
Lilafarbene Karotten enthalten je nach Sorte Anthocyane, die für ihre violette Farbe verantwortlich sind. Diese Pflanzenstoffe werden wegen ihrer antioxidativen Eigenschaften erforscht. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass violette Karotten nachweislich Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern.
Eine kleine Humanstudie untersuchte die Bioverfügbarkeit von Beta-Carotin aus violetten und orangefarbenen Karotten. Sie belegt keine generelle gesundheitliche Überlegenheit violetter Sorten. Beide Varianten können Teil einer abwechslungsreichen Ernährung sein.
Fazit
Karottensaft kann eine praktische Quelle für Beta-Carotin sein. Vitamin A unterstützt die normale Sehkraft und weitere Körperfunktionen, aber Karottensaft verbessert die Sehfähigkeit nicht automatisch und schützt nicht vor Sonnenbrand. Selbst gepresster Saft und lilafarbene Karotten sind interessante Optionen, jedoch nicht grundsätzlich gesünder als gekaufte Säfte oder orangefarbene Karotten. Wer möglichst viele Ballaststoffe aufnehmen möchte, sollte Karotten auch ganz oder als Smoothie verzehren.